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 MPU Test

Die Durchführung der MPU dauert in der Regel 3–4 Stunden. Die Reihenfolge der Untersuchungsteile (Testdiagnostik, ärztliche Untersuchung, psychologisches Gespräch) kann variieren. Der aktuelle Sachstand wird im Regelfall am Untersuchungstag unter Vorbehalt mitgeteilt, da in der Regel noch nicht alle Befunde vorliegen. Das Gutachten wird dem Auftraggeber zugesandt, der es an die Fahrerlaubnisbehörde weitergeben kann. Die Führerscheinakte wird parallel an die Fahrerlaubnisbehörde zurückgeschickt. Der Zeitrahmen bis zur Zusendung des Gutachtens soll 14 Tage nach der Untersuchung nicht überschreiten.

Die MPU besteht aus folgenden Untersuchungsteilen:  MPU Test

Untersuchung Beschreibung zum MPU test

Verkehrsmedizin

Im medizinischen Teil wird auf verkehrsrechtlich relevante Erkrankungen sowie Alkohol- oder Drogenmissbrauch bzw. -abhängigkeit geprüft. Dazu führt der Arzt ein Gespräch über die medizinische Vorgeschichte, eine körperliche Untersuchung sowie ggf. labormedizinische Verfahren (z. B. Blutabnahme, Urin-Drogenscreening) durch. Häufig geht es darum, einen angegebenen vollständigen Verzicht auf Alkohol oder Drogen verkehrsmedizinisch zu belegen. Hierfür werden Drogenscreenings (Haar- oder Urinanalysen), mit denen sich Spuren früheren Konsums teilweise noch nach Monaten nachweisen lassen, und Alkoholscreenings (Leberwerte, seltener auch EtG oder CDT) eingesetzt.

Verkehrspsychologie

Im psychologischen Gespräch geht es um Einsicht in das frühere Fehlverhalten, die persönlichen Ursachen dafür, Konsequenzen für das aktuelle Verhalten und Vorsätze und Verhalten für die Zukunft, die eine erneute Verkehrsauffälligkeit zuverlässig verhindern. Dabei muss das zukünftig geplante Verhalten in der Regel seit mindestens sechs Monaten stabil gelebt werden. Das Gespräch muss für das Gutachten aufgezeichnet werden (dies erfolgt häufig am Computer). Untersuchungsstellen sollten dem Kunden die Möglichkeit bieten, die Aufzeichnungen gegenzulesen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Leistungsdiagnostik

Bei einem standardisierten Reaktionstest am Computer werden körperliche Leistungen (Reaktionsfähigkeit, Konzentration, Aufmerksamkeit) getestet


Viele MPU-Stellen bieten zusätzlich an bestimmten Wochentagen kostenlose Informationsabende an, um die Betroffenen aus erster Hand zu informieren. Eine Anmeldung ist in der Regel nicht erforderlich. Hierbei werden in der Regel auch zusätzliche Beratungsgespräche und Vorbereitungsmaßnahmen lokaler Institutionen vorgestellt. Alle diese Angebote dienen, so die Begutachtungsstellen, dem Ziel, Spannungen und Ängste im Vorfeld einer MPU zu reduzieren.


Bestehensquoten und Wirksamkeit zum MPU Test

Nach Mitteilung der zuständigen Akkreditierungsstelle Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) führte die MPU im Jahr 2004 bei 62,6 % aller Untersuchungen zur Erteilung der Fahrerlaubnis. Der Anteil der positiven Gutachten lag dabei bei 46,4 %, weitere 16,2 % der MPU-Teilnehmer erhielten ihren Führerschein nach einem zusätzlichen §70-Nachschulungskurs zurück (offizielle Bezeichnung: „Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung für auffällige Kraftfahrer“).Eine qualifizierte Vorbereitung kann wesentlich dazu beitragen, Ängste abzubauen und durch bessere Kenntnis der Anforderungen die Voraussetzungen für eine günstige Fahreignungsprognose zu verbessern. Dies wird durch Studien belegt, bei denen die Bestehensquoten von qualifiziert vorbereiteten mit nicht vorbereiteten MPU-Absolventen verglichen werden. Die Qualität der Vorbereitung ist jedoch nicht einheitlich. Es sollte deshalb sorgfältig geprüft werden, welche Form der Vorbereitung seriös und zielführend ist (siehe auch den Abschnitt „Verbraucherschutz“).
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Eine Untersuchung aus dem Jahr 2001 machte deutlich, dass bei Rehabilitationsmaßnahmen innerhalb der Sperrfrist eine frühere Neuerteilung der Fahrerlaubnis keineswegs immer mit einem erhöhten Rückfallrisiko einher geht. Ob sich diese Ergebnisse auf die aktuelle Situation mit einer breiten Palette unterschiedlicher Ansätze im Vorfeld der MPU - von intensiver Einzeltherapie bis hin zu „Schauspielschulen“ - übertragen lassen, ist jedoch ebenso ungeklärt wie die Auswirkung der Änderung der Rechtsgrundlagen durch die Fahrerlaubnis-Verordnung im Jahr 2000.

Die Wirksamkeit (sog. ´Legalbewährung´) der MPU hat sich infolge der zwischenzeitlich eingeführten Hilfemaßnahmen - Therapien und Kurse - seit Beginn der 80er-Jahre stetig verbessert. Damals fand erstmals eine bundesweite Untersuchung im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen statt, anlässlich der erstmaligen Einführung von Rehabilitationskursen für alkoholauffällige Kraftfahrer. Fanden sich um 1980 für positiv beurteilte MPU-Absolventen innerhalb von drei Jahren noch 18,8 Prozent 'Rückfäller', und für Kursteilnehmer (im Sinne des heutigen § 70 FeV) 13,4 Prozent, so lagen die Rückfallquoten für Fälle aus der Zeit von 1987-1990 nur noch bei 11,2 bzw. 13,8 Prozent  . Auch Aussagen, nach denen jeder dritte Alkoholfahrer nach einer positiven MPU erneut rückfällig wird , werden durch Fachliteratur gestützt . Bei dieser Studie wurde der Beobachtungszeitraum von 3 auf 10 Jahre ausgedehnt.

Personen, die erst bei einer zweiten Untersuchung - ohne zwischenzeitliche verkehrspsychologische Maßnahme - ihre Fahrerlaubnis erneut erhalten hatten, wurden nach dieser Untersuchung im Untersuchungszeitraum (drei Jahre) zu 21,2 Prozent rückfällig. Bei dem norddeutschen Projekt von 2001 lagen die Werte für positiv Beurteilte bei 6,5 Prozent und für Kursteilnehmer bei 8,3 Prozent. Wurde der Führerschein erst nach therapeutischen Maßnahmen und einer weiteren Untersuchung wieder erteilt, lag das Rückfallrisiko sogar nur noch bei 4,4 Prozent. Diese Zahlen sind vergleichbar mit den Ergebnissen anderer intensiver Verkehrstherapien. Das stärker auf die Betroffenen abgestimmte Maßnahmesystem wirkt offenkundig wesentlich nachhaltiger, als noch zu Beginn der 80er-Jahre. Um die erreichten Qualitätsstandards zu halten, wurden neue methodische Ansätze zur Evaluation der Maßnahmen vorgeschlagen.

Die Angaben zur Dunkelziffer bei alkoholauffälligen Fahrern schwanken zwischen 1:1000 und 1:60. Die Entdeckungswahrscheinlichkeit von Fahrten unter Alkoholeinfluss ist aufgrund der geringen polizeilichen Kontrolldichte somit sehr niedrig. Jede Fahrt unter Alkoholeinfluss ohne Unfall und ohne Polizeikontrolle erhöht die Wahrscheinlichkeit der nächsten Fahrt; Alkohol am Steuer ist ein Seriendelikt .

Das Für und Wider von "zu viele fallen durch" und "zu viele werden positiv" ist immer eine Frage persönlicher Wertmaßstäbe und gesellschaftlicher Sicherheitsbedürfnisse. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind etwa 11 % der tödlichen Unfälle auf Alkoholeinfluss zurückzuführen. Vor dem Hintergrund obiger Zahlen sehen die MPU-Befürworter die Wirksamkeit der MPU als ausreichend belegt. Hierfür wird häufig eine 35 %ige „Grundrate“ bei „Ersttätern“, die sich in früheren Jahren noch nicht einer MPU unterziehen mussten, angeführt.

Quelltext:   http://de.wikipedia.org/wiki/MPU

 

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